{"id":295,"date":"2015-02-15T14:04:57","date_gmt":"2015-02-15T12:04:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.pgws.at\/wp\/?page_id=295"},"modified":"2021-11-19T19:47:15","modified_gmt":"2021-11-19T17:47:15","slug":"2010-syrien-jordanien","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.pgws.at\/wp\/?page_id=295","title":{"rendered":"2010 T\u00fcrkei Syrien Jordanien"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.pgws.at\/wp\/?page_id=4700\">Syrien_Jordanien_Fotos<\/a><\/p>\n<p><strong>Naher Osten: T\u00fcrkei-Syrien-Jordanien. Fr\u00fchling 2010<\/strong><\/p>\n<p>18.03.2010<br \/>\nWie \u00fcblich dauerte es etwas l\u00e4nger als geplant, das Auto endg\u00fcltig fertig laden und so war es 14.00 als wir losfuhren. Da wir nicht im Rushhour-Stau in M\u00fcnchen stehen wollten entschieden wir uns f\u00fcr die Variante Innsbruck &#8211; St. Johann-Bischofshofen &#8211; Ramsau. Sah auch auf der Karte irgendwie k\u00fcrzer aus, aber es war schlussendlich eine ziemlich kurvige Angelegenheit \u00fcber Berg und Tal. Wir sind erst gegen 20h30 bei Maria und Stefan angekommen. Einen herzlicheren Empfang kann man sich nicht vorstellen und bei einem reichhaltigen Abendessen wurden Neuigkeiten bis zu sp\u00e4ter Stunde ausgetauscht.<\/p>\n<p>FRI. 19.03.2010<br \/>\nIm G\u00e4stebett gut geschlafen, dann wurden wir auch noch mit einem k\u00f6stlichen Fr\u00fchst\u00fcck verw\u00f6hnt. Danach gab es die \u201eguided tour\u201c durch den Fahrzeugpark von Stefan. Holzget\u00e4fertes und handgeschnitztes Chalet Heimat im CAT-Lastwagen, ein Wohnmobil der Luxusklasse und zwei(!) Toyotas Landcruiser. Dazu noch diverse Traktors und Roller und so. Eine wundersch\u00f6n gelegene Pension, riesig gro\u00df mit Aussicht auf das Schigebiet Schladming im S\u00fcden und auf den Dachstein im Norden. Es wurde mittag, bis wir losgefahren sind. Daf\u00fcr jedoch z\u00fcgig auf der Autobahn \u00fcber Villach und durch den Karawankentunnel. Gegen 18h sind wir kurz vor Zagreb auf das Autocamp \/ Motel \u201ePlitvice\u201c direkt an der Autobahn gefahren und f\u00fcr \u20ac17 .- \u00fcbernachtet. Duschen konnte man im Hotelzimmer, Handt\u00fccher inklusive.<\/p>\n<p>20.03.2010<br \/>\nTopfebene Landschaft von Zagreb bis Belgrad \u2013 total uninteressant . Aber f\u00fcr genau solche Strecken haben wir jede Menge gute H\u00f6rb\u00fccher mitgenommen. Die Temperaturen werden immer fr\u00fchlingshafter, wenn auch die Natur noch recht kahl aussieht, was nat\u00fcrlich den Reiz der Landschaft auch nicht gerade erh\u00f6ht. Nach sieben Stunden Autobahn haben wir 40km s\u00fcdlich von Belgrad Schluss gemacht und haben direkt an der Autobahn, im Camp \u201eJerina\u201c \u00fcbernachtet.<\/p>\n<p>21.03.2010<br \/>\nMit Oropax im Ohr gut geschlafen. Nicht vom Autol\u00e4rm, sondern von schreienden Rabenv\u00f6gel wurden wir geweckt. Um 9h waren wieder unterwegs. Langweilige Kilometerfresserei bis zur Grenze und weiter bis Sophia. An der Grenze kauften wir die Autobahnplakette und nach einer gut ausgebauten Landstra\u00dfe waren wir auf den Stra\u00dfenzustand der Umgehungsstra\u00dfe der Hauptstadt nicht vorbereitet. Noch nirgends, selbst in ganz Afrika haben wir solche Schlagl\u00f6cher erlebt. Nicht etwa nur vereinzelte \u2013 nein eigentlich bestand der gesamte Belag aus verschieden gro\u00dfen L\u00f6chern! Aber irgendwann ist auch die l\u00e4ngste Umgehungsstrecke zu Ende und die Autobahn war im weiteren Verlauf ok. Unser Navi wollte unbedingt auch ein St\u00fcck der brandneuen Autobahn Richtung Burgas fahren und leitete uns dann \u00fcber eine Schlaglochstrecke zur\u00fcck Richtung S\u00fcden. Leider war die vorgeschlagene Route gesperrt und als wir etwas ratlos am Suchen waren, kam ein Grieche vorbei von dem wir annahmen er will uns weiterhelfen. Aber nein, der hatte \u00fcberhaupt keine Ahnung wo er war und wollte von uns wissen wie er an die Grenze kommt. Ein Eingeborener erkl\u00e4rte uns, dass die Strecke wegen einer weggeschwemmten Br\u00fccke gesperrt ist und zeigte uns wie wir zur\u00fcck auf die Hauptroute kommen. Mittlerweile wurde es auch schon dunkel und als wir eine Lastwagenspur einen steilen H\u00fcgel hinauf sahen, sind wir hochgefahren und haben in einem W\u00e4ldchen auf einen super Schlafplatz \u00fcber Dimitrovgrad geschlafen.<\/p>\n<p>MO 22.03.2010<br \/>\nDurch die desolate bulgarische Hinterlandsidylle ging es schnell auf die t\u00fcrkische Grenze<br \/>\nDie Grenzformalit\u00e4ten waren im Nu erledigt. Vielleicht lag es ja an der riesigen supermodernen Grenzstation Edirne die die T\u00fcrken da hingeklotzt haben. Einen krasserer Gegensatz zum heruntergekommenen EURO-Bulgarien kann man sich nicht vorstellen. Auf der D-100 parallel zur Autobahn weiter Richtung Istanbul. Thrakien ist touristisch uninteressant erinnert eher an die Industriest\u00e4dte in der Po Ebene \u2013 eine Textilfabrik an der anderen, sehe mich direkt von einem Unternehmen zum n\u00e4chsten zu fahren und Skizzen abgeben. In Silivri am Marmarameer fanden wir nach l\u00e4ngerem Suchen einen verlassenen Campingplatz direkt am Wasser.<\/p>\n<p>23.03.2010<br \/>\nMit 5\u20ac Campinggeb\u00fchr haben wir diesen eigentlich sehr h\u00fcbschen, aber im Moment etwas vernachl\u00e4ssigten Platz verlassen und in den ganz normalen Verkehrswahnsinn von Istanbul gewagt. Dichtester Verkehr auf der Ringautobahn und orientalisches Chaos bei der Auffahrt zur Bosporusbr\u00fccke, dann war das meiste geschafft. Allerdings stadteinw\u00e4rts kilometerlange Staus\u2026 Dann ging es auf der perfekten Autobahn, vorbei an modernsten Industrieanlagen und endlosen neuesten Wohnanlagen Richtung Ankara. Bevor die Autobahn nach S\u00fcden abdreht, haben wir die Stra\u00dfe 750 gewechselt .Das ist die alte Autobahn nach Ankara, geht durch die Berge und es sieht aus wie bei&nbsp;&nbsp; uns zuhause. Nahe Kizilcahaman fanden wir einen sch\u00f6nen offenen Campingplatz.<\/p>\n<p>24.03.2010<br \/>\nWeiter auf der gut ausgebauten Stra\u00dfe vorbei am riesigen Salzsee Tuz G\u00f6l\u00fc nach Aksaray. Wie wir bei einem Rundgang feststellen konnten eine blitzsaubere Stadt. \u00dcberall freundliche T\u00fcrken die uns ansprechen \u2013 oft junge gebildete T\u00fcrken die in Deutschland leben und gerade auf Urlaub sind. Im Hotel Agcli mit angeschlossenem Campingplatz, war Metin ein junger Deutscht\u00fcrke aus Augsburg. Er ist seit 10 Jahren wieder in der T\u00fcrkei und konnte, wie er uns versicherte vor einigen Jahren noch viel schneller sein perfektes Deutsch mit leichter Augsburger F\u00e4rbung sprechen.<\/p>\n<p>Do.25.03.2010<br \/>\nDa Metin uns zu seiner Werkstatt zum \u00d6lwechsel brachte waren wir schon um 7:30 abfahrtbereit. Nach dem Service waren wir um 10h im zentralanatolischen Hochland unterwegs. Teilweise wundersch\u00f6ne Strecke durch malerische Schluchten und die schneebedeckten Gipfel der anatolischen Vulkankette im Hintergrund. Auf der Autobahn kamen wir schnell voran und vorbei an Osmanyie (in der N\u00e4he vermutet Raul Schrott das wahre Troja), Adana und Iskenderun erreichten wir am Abend den idyllischen Campingplatz vom Hollandt\u00fcrken s\u00fcdlich von Azurs. Nach der baumlosen kargen Hochfl\u00e4che ist die palmenbestandene Mittelmeerk\u00fcste eine wahre Augenweide.<\/p>\n<p>FRI. 26.03.2010<br \/>\nUnter bl\u00fchenden Mandarinenb\u00e4umen gefr\u00fchst\u00fcckt und dieses kleine Paradies von Campingplatz genossen. Die K\u00fcstenstra\u00dfe nach Cevlik ist ein Traum, teilweise noch Gravelroad, mit wunderbaren Felsformationen und total einsam. Dann f\u00fchrt die Stra\u00dfe nach Antakya, eine bunte quirlige Stadt die schon sehr arabisch anmutet. Weiter \u00fcber Reyhani zum Grenzort Bab al Hawa. Nach einer Stunde waren alle Formalit\u00e4ten erledigt \u2013 100 U$ Dieselsteuer und 50\u20ac Versicherung bezahlt, Carnet eingestempelt, T\u00fcrkische Lira in Syrische Pfund gewechselt und schon waren wir im Nahen Osten. Gleich noch f\u00fcr 0,30\u20ac\/ltr. (!) Diesel getankt (das relativiert die 100U$ Steuer wieder etwas). Dann sind wir gleich nach Norden Richtung Simonskloster gefahren. Irgendwo sind wir auf eine Nebenstra\u00dfe abgebogen und nach Nachfragen (gestaltet sich etwas schwierig, da die meisten keine lateinischen Buchstaben lesen k\u00f6nnen. Aber die generelle Richtung stimmte. Da es nun schon sp\u00e4ter Nachmittag war haben wir an einem wundersch\u00f6nen einsamen Platz unser Lager aufgeschlagen.<\/p>\n<p>27.03.2010<br \/>\nVereint mit neuer Navikarte und Papierkarte waren wir ruck-zuck beim Simeonkloster. Eine wirklich eindr\u00fcckliche Klosteranlage inmitten einer traumhaft sch\u00f6nen Landschaft gelegen. Zu dieser Jahreszeit nat\u00fcrlich besonders sch\u00f6n. \u00dcberall das satte Gr\u00fcn und der rosa Hauch bl\u00fchender Mandelb\u00e4ume. Nach Besichtigung dieses Monuments machten wir uns auf die Suche nach dem L\u00f6wen von Tell Ain Dara im Norden vom Kloster. Wir sind an der Einfahrt die nicht angeschrieben war und wie eine Garageneinfahrt aussah nat\u00fcrlich vorbei gefahren. Aber die Sucherei hatte sich gelohnt, der riesige Basaltl\u00f6we und die Reliefs der gefl\u00fcgelten L\u00f6wen sind allemal ein Besuch wert. Auf dem Weg zur\u00fcck nach S\u00fcden fanden wir dank unseres gel\u00e4ndeg\u00e4ngigen Autos einen m\u00fcllfreien Platz um eine ausgedehnte Mittagspause zu machen . Die Syrer sind begeisterte Picknicker aber unglaubliche Umweltschweine. Nach einer Fahrt durch kleine D\u00f6rfer kamen wir dann punktgenau auf dem Campingplatz Salaam Abu Jabr an.<\/p>\n<p>SO 28.03.2010<br \/>\nAleppo \u2013 Orient pur! Allein der Suq, man k\u00f6nnte Tage darin verbringen. Eigentlich sehr \u201euntouristisch\u201c, hier ist es der Markt f\u00fcr die Aleppiner. Im Vergleich zu den Suqs in Marokko wird man auch relativ selten von H\u00e4ndlern angesprochen und zum Kauf gedr\u00e4ngt. Wir verbrachten Stunden damit einfach die Einheimischen zu beobachten wie sie ihren Gesch\u00e4ften nachgehen. Die Menschen, die Ger\u00fcche, die Farben \u2013 einfach alles \u2013 ein Fest f\u00fcr alle Sinne! \u00dcbrigens die Produzenten von aufb\u00fcgelbaren Glitzersteinchen m\u00fcssen in diesem Land ein Verm\u00f6gen verdienen. Im Brautkleidbazar braucht man eine Sonnenbrille so glitzert und funkelt es in den zahllosen L\u00e4den.<\/p>\n<p>Da auch noch das Highlight von Aleppo, die Zitadelle, anstand, mussten wir uns von dem bunten Treiben losrei\u00dfen. Man kommt nicht umhin diese Festung die Mutter aller Burgen zu nennen. Allein die schiere Gr\u00f6\u00dfe, die Lage auf diesem H\u00fcgel mitten in der Stadt, die Steinmetzarbeiten und der Prunk im Thronsaal alles zusammen unglaublich beeindruckend. Von den h\u00f6chsten Zinnen hat man eine tolle Aussicht auf diese orientalische Stadt, die ganz aus wei\u00dfgrauem Stein gebaut ist. Alle Stra\u00dfen voll gesch\u00e4ftigem Treiben, Stra\u00dfenh\u00e4ndler, Teeverk\u00e4ufer, tief-, halb- und gar nicht verschleierte Frauen, M\u00e4nner mit den typischen rotgemusterten T\u00fcchern, im Businessanzug hier gibt es alles. Nachdem wir noch schnell unsere Mails gecheckt hatten fanden wir auch noch das Restaurant Abu Nawas wo wir in der K\u00fcche aus den T\u00f6pfen unser Essen aussuchen konnten. Dann wieder zur\u00fcck zum Minibusbahnhof wo wir f\u00fcr 20 Pfund pro Kopf die 25km zur\u00fcck zum Campingplatz mit einem Helldriver fuhren.<\/p>\n<p>29.03.2010<br \/>\nmorgens geweckt vom Muezzin, hier mit seltenem melodi\u00f6s-angenehmem Gesang und ausnehmend gutem Sound-System&#8230;<br \/>\nNachdem wir die 1400 syr. Pfund f\u00fcr 2 N\u00e4chte bezahlt haben, sind wir auf einer Nebenstrecke \u00fcber Idlib in die besterhaltene \u201etote Stadt\u201c Sirdjilla gefahren. Wenn man keine Ortsschilder lesen kann, gestaltet sich die Suche immer etwas l\u00e4nger. Vor allen Dingen, weil die Syrier eher etwas nachl\u00e4ssig mit der Ausschilderung ihrer antiken St\u00e4tten umgehen. Weiter nach S\u00fcden durch die traumhaft sch\u00f6ne Fr\u00fchlingslandschaft nach Apamea \u2013 auch hier \u00e4u\u00dfert d\u00fcrftige Beschilderung, aber dank unserem Navi haben wir auch dieses Highlight gefunden. Und was f\u00fcr ein Anblick 2 km Kolonaden mit riesigen r\u00f6mischen S\u00e4ulen, Siegess\u00e4ule, Zeustempel und sonst noch alles was zu einer Stadt geh\u00f6rt und alles im sch\u00f6nsten Abendlicht \u2013 ein tolles Erlebnis. Da wir nicht direkt in Apamea schlafen wollten sind wir noch in die Berge gefahren, &nbsp;wo wir im Olivenhain einen Platz fanden. Im Vergleich zu den Marokkanern, sind die Leute angenehm zur\u00fcckhaltend. Alle freundlich und die Kinder haben ihren Spa\u00df hello und how are you zu rufen und auch die Antikh\u00e4ndler im Ruinenfeld haben noch keinen Kurs in \u201ehighpressure selling\u201c absolviert.<\/p>\n<p>30.03.2010<br \/>\nHeute waren wir richtig fr\u00fch unterwegs. Ein frischer klarer Morgen, keine Wolke am Himmel und die Fr\u00fchlingslandschaft im fruchtbaren Orontestal wie frisch gewaschen. Wir waren um 9:30 schon in Hama, die Stadt mit den malerischen Wasserr\u00e4dern. Leider war der Wasserstand so niedrig dass sich keines gedreht hat. Da dies auch die Stadt mit den besten S\u00fc\u00dfigkeiten von ganz Syrien ist haben wir dort noch unser Fr\u00fchst\u00fcck gekauft und bei einem der St\u00e4nde am Stra\u00dfenrand aus der chromblitzenden modernster Kaffeemaschine unseren Kaffee getrunken. Als besonderer Gag wird auf den gebr\u00fchten Kaffee noch Nescafepulver gestreut.<\/p>\n<p>Derma\u00dfen gest\u00e4rkt ging es dann weiter zum Crak de Chevalier, die ber\u00fchmteste Kreuzfahrerburg. Ein gewaltiges Bauwerk auf einem Berg von wo man das ganze Land bis ans Meer \u00fcberblickt. Da es erst Mittag war beschlossen wir weiter nach Maalula zu fahren. Ein malerisches Dorf in einer Schlucht gelegen mit gleich 2 Kl\u00f6ster. In diesem Dorf wird noch aram\u00e4isch gesprochen, die Sprache die auch Jesus gesprochen hat. Nach einem k\u00f6stlichen fr\u00fchen Abendessen und einem Spaziergang durch die Schlucht haben wir einen wunderbaren Schlafplatz in den Bergen gefunden.<\/p>\n<p>31.03.2010<br \/>\nSind heute wieder fr\u00fch aufgebrochen und mit Hilfe unseres Navis haben wir den sch\u00f6nen Campingplatz \u201eNew Kaboun\u201c 6km vor Damaskus gefunden. Schnell einigerma\u00dfen stadtfein gemacht und mit dem Minibus in diese geschichtstr\u00e4chtige Metropole gefahren. Diese Stadt ist sehr speziell, der Suk riesig und irgendwie sehr luftig. Das Prunkst\u00fcck ist nat\u00fcrlich die Umayadenmoschee, irgendwie fast wie das Gegenst\u00fcck zum Petersdom. Vielleicht auch durch die vielen Pilger die den Kopf des Propheten Husain besuchen. Da das eine schiitisches Reliquie ist sind sehr viele Iraner, was man auch an den vielen Frauen im schwarzen Tschador bemerkt. Das Grab von Johannes dem T\u00e4ufer (auch f\u00fcr Moslems ein Heiliger) ist im Zentrum des riesigen Gebetsraums und jedermann l\u00e4sst sich davor fotografieren.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend haben wir noch das Mausoleum von Saladin besucht. Saladin war ein Kurde dem es gelang den Kreuzfahrern Jerusalem zu entrei\u00dfen, er wird hier nat\u00fcrlich als gro\u00dfer Held verehrt. Anschlie\u00dfend hatten wir ein ausgedehntes syrisches Mittagessen. Danach noch schnell bzw. weniger schnell telefoniert und e -mails geschrieben und schon war es zu sp\u00e4t f\u00fcr das Museum. Eine Stadt mit tausend Gesichter und man kann gut nachvollziehen dass sie \u00fcber Jahrhunderte ein kultureller Mittelpunkt der Welt war. Mit dem Taxi ging es dann zur\u00fcck zur Campsite.<\/p>\n<p>DO 01.04.2010<br \/>\nNach dem Fr\u00fchst\u00fcck noch Reisetipps mit Hans aus Bern ausgetauscht und dann haben wir uns gegen 10h in den ganz normalen Verkehrswahnsinn quer durch Damaskus gest\u00fcrzt. Peter f\u00e4hrt auch hier wie ein richtiger einheimischer Syrer, v\u00f6llig entspannt im allergr\u00f6\u00dften Verkehrsgewusel, einfach bewundernswert. So kamen wir auch punktgenau auf die Ausfallstra\u00dfe nach S\u00fcden die uns nach Bosra f\u00fchrte. Das r\u00f6mische Amphitheater ist sehr gut erhalten und dort haben wir den Rest des Tages verbracht. Sp\u00e4ter haben wir dann auf dem Zisternen Parkplatz neben dem Theater \u00fcbernachtet. Als kleine Nachtmusik gab es syrische Hochzeitsges\u00e4nge da gerade ein Hochzeitsfest stattfand.<\/p>\n<p>Karfreitag 02.04.2010<br \/>\nFr\u00fch aufgestanden und waren um 8:30 in Deraa an der Grenze. Freitag, also hiesiger Sonntag scheint ein guter Grenz\u00fcbergangstag zu sein. Wir wurden bei den Syrern ganz schnell abgefertigt, und bei den Jordaniern ging es dann problemlos weiter. In einer knappen Stunde war alles erledigt und wir waren auf dem Weg Richtung Amann. Amann hat touristisch recht wenig zu bieten weshalb wir gleich nach Westen zum Toten Meer abbogen. Allerdings f\u00fcrs Tote Meer scheint Freitag kein guter Tag zu sein, ganz Amann schien sich um die Hotels und Amann Beach zu versammeln. Ein orientalisches Tohuwahbohu, die Stra\u00dfe zugeparkt, voll mit M\u00e4nner und Jungs, alle str\u00f6mten dem sehr begrenzten und total zugem\u00fcllten Strand zu. Hier sah man fast keine Frauen und die wenige waren z\u00fcchtig mit langen M\u00e4nteln bekleidet. Die Temperatur bei 29\u00b0 und ein Salzdunst in der Luft und kein Hauch Wind. Also alles nicht sehr einladend. Ich wollte aber unbedingt im Toten Meer liegen und Zeitung lesen. Also sind wir der K\u00fcstenstra\u00dfe entlang nach S\u00fcden gefahren bis wir ein einsamen Abschnitt fanden der auch noch einigerma\u00dfen zug\u00e4nglich war, da bin ich dann hinuntergeklettert. Wenn man ins Wasser steigt sieht es aus als ob man irgendwelchen Sirup in einem Glas Wasser umr\u00fchren w\u00fcrde. Man geht wirklich nicht unter und die Wassertemperatur ist mit ca. 23\u00b0 recht angenehm. Allerdings ist man ganz sch\u00f6n salzig \u2013 ein Hosenbein wurde nass und abends war es zur Salzs\u00e4ule erstarrt. Peter hat mir die Dusche installiert, ohne Dusche, nein danke. K\u00f6nnte mir vorstellen dass die Geschichte mit Lots Weib schon stimmt. Danach hatten wir nur noch das Bed\u00fcrfnis wieder in die Berge zu kommen. Da Hans uns einen Schlafplatz bei den Sela Ruinen empfohlen hat sind wir nach At Tafila auf einer wundersch\u00f6nen Strecke von minus 410 Meter wieder auf 1000 H\u00f6henmeter gekurvt und haben irgendwo auf der H\u00f6he geschlafen.<\/p>\n<p>Sa 03.04.2010<br \/>\nUnseren wunderbaren Schlafplatz in den Bergen schon zeitig verlassen und auf dem Desert-Highway schnurstracks nach Aqaba gefahren. Eine relativ eint\u00f6nige Strecke, erst ganz im S\u00fcden in der N\u00e4he vom Wadi Rum gibt es imposante Ausblicke. Da haben wir einen Strandtag im hei\u00dfen W\u00fcstenwind verbracht. Im Roten Meer mit Blick auf die \u00e4gyptische K\u00fcste geschwommen .<\/p>\n<p>04.04.2010<br \/>\nDer hei\u00dfe W\u00fcstenwind der gestern Nachmittag schlagartig anfing zu wehen, hielt die ganze Nacht an. Dies und der eher unattraktive lieblose Platz, veranlasste uns gleich morgens Aqaba zu verlassen. Peter hat mit Hilfe eines netten Jordaniers den Toyotah\u00e4ndler im Industriegebiet von Aqaba gefunden und noch einige Ersatzteile wie Luftfilter etc. eingekauft. Nach dem wir bei Safeway unsere Vorr\u00e4te aufgestockt haben, fuhren wir Richtung Wadi Rum.<\/p>\n<p>Wir haben nicht die normale Route genommen sondern sind sozusagen durch den Hintereingang \u00fcber den Wadi Yutm el-Umran eingestiegen. Die Einfahrt war allerdings mit einer Schranke versehen und ein Uniformierter meinte wir k\u00f6nnten hier nicht durch, aber als wir im unser Route auf der Karte zeigten sagte er dann doch ja. Zuerst war es noch eine Asphaltstra\u00dfe die zu Kieswerken f\u00fchrte, aber dann wurde es eine Track. Die Landschaft wurde immer sch\u00f6ner und so beschlossen wir mitten in der W\u00fcste unser Lager aufzuschlagen.<\/p>\n<p>MO.05.04.2010<br \/>\nWadi Rum! Was f\u00fcr eine W\u00fcstenlandschaft \u2013 man m\u00f6chte eigentlich \u00fcberall halten und nur schauen. Da t\u00fcrmen sich Felsen in allen erdenklichen Gr\u00f6\u00dfen, Formen und Farben es ist eigentlich nicht zu beschreiben. Schon nach einer Stunde wollte ich nicht mehr weiterfahren sondern den Rest des Tages einfach nur stehen und schauen. Wir sind dann doch bis mittags weitergefahren bis wir einen geeigneten Schattenplatz unter einem bizarren Fels\u00fcberhang fanden. Da haben wir dann den Nachmittag nur mit Schauen und Staunen \u00fcber diese fantastische Landschaft. Nachdem die \u00e4rgste Hitze vorbei war haben wir eine lange Wanderung auf einen dieser Jebels von wo wir den Sonnenuntergang beobachteten. Die Aussicht einfach \u00fcberw\u00e4ltigend \u2013 eine der sch\u00f6nsten W\u00fcstenlandschaften die wir je gesehen haben.<\/p>\n<p>Di 06.04.2010<br \/>\nDie Faszination die von dieser Landschaft ausgeht ist unbeschreiblich. Den ganzen Tag kurven wir in dieser M\u00e4rchenwelt rum und k\u00f6nnen uns einfach nicht sattsehen. Auch heute wieder eine Sundowner Wanderung, im sp\u00e4ten Abendlicht ist das Ganze nat\u00fcrlich besonders sch\u00f6n. Von unserem einsamen Traumschlafplatz den Sonnenball in eine L\u00fccke in der Bergkette fallen sehen. Zu erw\u00e4hnen ist, dass die W\u00fcste im Moment bl\u00fcht \u2013 ganze Felder sind mit blau bl\u00fchenden Bodendecker zugedeckt und irgendwelche gro\u00dfbl\u00e4ttrigen Zwiebelblumen (leider schon verbl\u00fcht) wachsen im Sand. Abends duften die sogar. Der Regen war dieses Jahr besonders ausgiebig \u2013 ein absolutes Fest f\u00fcr die Kamele.<\/p>\n<p>Mi. 07.04.2010<br \/>\nAuch heute wieder \u201ecruising &#8220; durchs W\u00fcstenparadies. Da wir langsam nach Norden dem Haupteingang zu fahren, sind wir schon einigen \u201eGuided tours\u201c begegnet. Aber die verlaufen sich alle schnell wieder und dann ist wieder nur absolute Stille und der Wind streicht \u00fcber diese grandiose Landschaft. Eigentlich wollten wir heute bis in die N\u00e4he vom Dorf Rum aber dann entdeckten wir einen so traumhaften Schlafplatz, dass wir kurzerhand blieben und am sp\u00e4ten Nachmittag unsere schon obligatorische Wanderung unternahmen.<\/p>\n<p>DO.08.04.2010<br \/>\nHeute Morgen waren doch tats\u00e4chlich ein paar Wolken am Himmel. So waren wir schon fr\u00fch unterwegs und haben mit den Wegpunkten die Peter gestern in den Navi eingetragen hat die Burhda Bridge gesucht. Wir haben eine punktgenaue Landung gemacht \u2013 nur die Br\u00fccke war wirklich sehr weit weg und nicht halb so spektakul\u00e4r wie angek\u00fcndigt. Danach kamen noch die anderen Highlights &#8211; Siq oder Khaz`ali Canyon. Wir hatten Gl\u00fcck gerade zwischen 2 Touristenladungen sehen. Weiter ging es mit unserem Navi zum grandiosen Burrah Canyon. Hier sind es wieder ganz andere Felsformationen. Mitten im Canyon haben Lunch gemacht und sind dann noch zum kleinen Siq UMm al Tawaqi gefahren um das Portr\u00e4t von E. T. Lawrence in einen Stein gemei\u00dfelt ist. Hier im Norden nahe dem Haupteingang ist es schon sehr touristisch und \u00fcberall jede Menge Toyota Pickups mit Sitzb\u00e4nken die jede Menge Touristen zu den Highlights karren. Allerdings um 17h scheinen diese alle wieder zur\u00fcck in ihren Camps zu sein. Wir fanden unweit vom Siq Um al Tawaqi einen sch\u00f6nen Platz und nachdem die letzten Pickups vorbei waren, war es so still und einsam wie in den letzten N\u00e4chten. Im letzten Sonnenlicht leisten wir uns den Luxus unserer Autodusche.<\/p>\n<p>FRI. 09.04.2010<br \/>\nWas f\u00fcr ein Tag um unsere W\u00fcstentour abzuschlie\u00dfen. Morgens sind wir zum Visitorcenter gefahren um unsere Tickets zu l\u00f6sen (10 J$ f\u00fcrs Auto und 4 J$ f\u00fcr uns zwei) und die Massen von Touristen zu bestaunen die da angekarrt und teilweise auf die abenteuerlichsten Toyota Pickups verladen werden. Noch eine kleine Ehrenrunde im eigentlichen Wadi Rum und dann ging es weiter nach Norden. Peter hatte sich die Wegpunkte zu den Bridges of Khazar eigetragen und punktgenau sind wir bei diesen fantastischen Felsbr\u00fccken gelandet. Hatten dann noch eine Teepause mit drei Jordaniern, was wirklich lustig war. Als die ersten Guided Tours zum Sonnenuntergang eintrafen haben wir uns Richtung Norden davongemacht und haben einen sch\u00f6nen Schlafplatz gesucht.<\/p>\n<p>Sa. 10.04.2010<br \/>\nWir sind weiter auf der W\u00fcstenstrecke nach Norden gefahren, aber beim Fr\u00fchst\u00fcck hatten wir noch Besuch vom Beduinen der um sein zerkratztes Display vom Handy besser sehen zu k\u00f6nnen einfach immer abgeleckt hat. Bald war die Hauptstra\u00dfe erreicht und am fr\u00fchen Nachmittag waren wir in Petra. Auf dem Parkplatz vor dem Eingang standen die Hamburger die wir schon in Bosra getroffen hatten. Netterweise haben sie uns ihre Eintrittskarten \u00fcberlassen, da sie gerade am Abreisen waren. So hatten wir die M\u00f6glichkeit schon mal einen kurzen Rundgang durch dieses unbeschreibliche Gel\u00e4nde zu machen.<\/p>\n<p>Als wir bei D\u00e4mmerung zum Auto kamen trafen wir das belgische Paar die wir schon in der Stadt mit ihrem Landrover gesehen haben. Da wir uns gegenseitig sofort sympathisch waren, verabredeten wir uns f\u00fcr den n\u00e4chsten Abend im Beduin Camp wo die beiden schon untergekommen sind.<\/p>\n<p>Wir schliefen aus praktischen Gr\u00fcnden direkt vor dem Eingang zu Petra und hatten eine Nacht mit Generatormusik.<\/p>\n<p>SO.12.04.2010<br \/>\nUm 6:30 haben wir die 33 EURO(!) pro Person Eintritt bezahlt und sind vor den gro\u00dfen Herden, die in zahllosen Bussen ankommen, durch den Siq gewandert. Da wir die Kazne Faraun schon gestern ausgiebig bewundert hatten, gingen wir gleich weiter Richtung Kloster. Es war dr\u00fcckendes Wetter und die 800 Treppenstufen durch die Schlucht hinauf ins Kloster waren ziemlich schwei\u00dftreibend. Aber die M\u00fche war es wert \u2013 diese gigantische Fassade in dieser Umgebung \u2013 man kann es, so wenig wie die K\u00f6nigswand und all die anderen Monumente, eigentlich nicht in Worte fassen. F\u00fcr uns war es irgendwie \u00e4hnlich beeindruckend wie Macchu Picchu . Beim Abstieg wurde es immer schw\u00fcler dazu ein warmer Wind der einem gelegentlich noch eine Sanddusche verpasste. Und unten im Restaurant in der Stadtmitte sah man all die fu\u00dflahmen Touristen ermattet herumh\u00e4ngen. Am fr\u00fchen Nachmittag war es dann genug und in gl\u00fchender Hitze haben wir den R\u00fcckweg angetreten \u2013 da sind uns immer noch Massen entgegen gekommen. Petra muss die Cashcow f\u00fcr Jordanien sein. Sind gleich ins Beduincamp gefahren und haben den unglaublichen Luxus einer Dusche ausgiebig genossen. Sp\u00e4ter noch Nela und Bj\u00f6rn und bei einem gemeinsamen Essen verbrachten wir einen sch\u00f6nen Abend mit diesen beiden au\u00dferordentlich netten Leuten.<\/p>\n<p>MO.12.04.2010<br \/>\nDa N &amp; B nach S\u00fcden, d.h. Cape Town reisen, gab es noch regen Datenaustausch und nach herzlicher Verabschiedung waren wir um 11h auf der Kings-Road Richtung Norden. Wundersch\u00f6n windet sich dieser antike Verbindungsweg durch die Landschaft. Kurz nach Al Karak bei Qazr haben wir nach einigem Suchen ein Schlafplatz mit Blick aufs Tote Meer das wie immer im Dunst lag gefunden.<\/p>\n<p>13.04.2010<br \/>\nVon unserem Schlafplatz aus h\u00e4tte man eine wunderbare Aussicht aufs Tote Meer, wenn blo\u00df der Salzdunst nicht w\u00e4re. Weiter auf dem Weg nach Norden haben wir den GrandCanyon Jordaniens durchquert. Der Wadi Mujib hat sich tats\u00e4chlich grandios in die Landschaft eingegraben. Die Stra\u00dfe windet sich in Serpentinen hinunter zum Stausee, das blaue Wasser ergibt einen wunderbaren Kontrast zu den kahlen Canyonbergen. In Mabada der ber\u00fchmten Mosaikstadt haben wir nat\u00fcrlich auch noch einen Stopp gemacht.<\/p>\n<p>Danach kam das Verkehrschaos in Aman, Umleitungen deren Ausschilderung \u00e4u\u00dferst d\u00fcrftig und oft nur arabisch vorhanden sind und die es irgendwann gar nicht mehr gibt. Dann ist man gezwungen kilometerweit in die in die falsche Richtung zu fahren, da es keine M\u00f6glichkeit zum Umkehren gibt. Aber dank Peters Fahrk\u00fcnsten und wir unserem Navi haben wir das \u201eCarre Four\u201c und bei Dunkelheit die Campsite bei der Schneller Schule gefunden.<\/p>\n<p>MI.14.04.2010<br \/>\nDen Luxuscampingplatz kann man nur empfehlen. Alles piccobello und die Leute sehr freundlich. Die Idee dieser Stiftung der evangelischen Kirche, Stra\u00dfenkinder und Kinder aus schwierigen sozialen Verh\u00e4ltnissen, ohne Ansehen der Konfession; in einem Internat unterzubringen und auszubilden kann man nur bewundern. Im Vordergrund steht die gegenseitige Toleranz der verschiedenen Religionen.<\/p>\n<p>Amman dehnt sich endlos aus und im Osten sind aus ehemaligen Pal\u00e4stinenserlagern mittlerweile nicht ganz so vornehme Stadtviertel entstanden. Die Strecke \u00fcber Jerash durch den h\u00fcgeligen Norden ist sch\u00f6n und nach einer abenteuerlichen Autobahnauffahrt waren wir mittags in Al Ramtha an der Grenze. Mittlerweile kennen wir die Prozedere und in einer halben Stunde war alles erledigt. Erfreulicherweise haben die Jordanier entgegen allen Aussagen KEINE Ausreisesteuer verlangt. \u00dcber Der-aa sind wir dann nach Osten nach Qanawat wo es einen r\u00f6mischen Palast der sp\u00e4ter von einer byzantinischen Kirche \u00fcberbaut wurde gibt. Der drusische F\u00fchrer hat uns in Arabisch mit einigen Brocken English alles erkl\u00e4rt. Da wir hier im Drusenland sind gibt es wieder Alkohol zu kaufen und wir haben uns Bier und Wein genehmigt. Dazu hat Peter die Steaks die wir gestern im Carre Four eingekauft haben an einem traumhaften Platz mit Sonnenuntergang und Blick auf die Golanh\u00f6hen zubereitet.<\/p>\n<p>DO.15.04.2010<br \/>\nWas ist Gastfreundschaft? Das ist wenn man in einem winzigen Dorf im in Syrien bei einem frommen Drusen einkaufen geht. Wir wollten nur noch Bier kaufen in diesem kleinen Laden. Der Besitzer, ein drusischer Pfarrer oder so, fand dass man kein Alkohol trinken sollte. Aber er hat einen Bruder der Englisch kann und den holte er. Dieser Bruder ( einer von neun Br\u00fcdern), brachte auch gleich noch einen anderen Bruder mit und wenig sp\u00e4ter kamen noch zwei weitere dazu. Nach mehrmaliger erfolgloser dankender Ablehnung einer Einladung zum Tee, gaben wir schlie\u00dflich nach. Erst mussten wir noch einen Kondolenz Besuch beim Clanchef machen da gestern jemand verstorben war. Da sa\u00dfen nun ca. acht alte Drusen mit Ihrer traditionellen Kopfbedeckung auf dieser Terrasse schl\u00fcrften Tee und blickten von der Anh\u00f6he hinaus in die W\u00fcste. Das Haus war irgendwie an eine r\u00f6mische Ruine angebaut. Dieser Besuch diente aber nur dazu um den Frauen Zeit zu geben ein riesiges Fr\u00fchst\u00fcck zubereiten. So haben wir dann im Kreise dieser Gro\u00dffamilie nochmals gefr\u00fchst\u00fcckt und nach langem Palaver fuhren wir weiter Richtung W\u00fcste.<\/p>\n<p>Der Weg war wesentlich beschwerlicher wie wir uns das gedacht hatten. Nix mit Sandw\u00fcste und Querfeldein der generellen Richtung nach. Eine Steinw\u00fcste mit riesigen un\u00fcberwindbaren Basaltbrockenfelder. Wir MUSSTEN also immer einer schwierigen teils schwerauffindbaren Track folgen. Als die Sonne langsam unterging haben wir einfach mitten in dieser endlosen Weite unser Lager aufgeschlagen. Nach einer Dusche, einem Salat und einem kalten Bier konnten wir noch den ungeheuren Sternenhimmel \u00fcber der W\u00fcste bewundern.<\/p>\n<p>FRI. 16.04.2010<br \/>\nGestern hatten wir den schwierigsten Teil der Strecke schon hinter uns gebracht. Heute ging es auf einer mehr oder weniger gut auffindbaren Piste, mal Sand, mal Gravel, eine W\u00fcstenlandschaft von einer unermesslichen Weite und Einsamkeit, irgendwie einsch\u00fcchternd und faszinierend. Eine Gegend die wirklich f\u00fcr menschliches Leben ungeeignet ist. Trotzdem sind hier schon vor 4000 Jahren Karawanen durchgezogen und das ohne GPS.<\/p>\n<p>Gegen Mittag zogen pl\u00f6tzlich dunkle Gewitterwolken auf und gerade als wir punktgenau auf der geteerten Hauptstra\u00dfe landeten, entlud sich ein gewaltiges Gewitter. Der erste Regentropfen seit Beginn unserer Reise und das in der syrischen W\u00fcste! Gerade als wir von der W\u00fcstentrack auf die Hauptstra\u00dfe bogen, wurden wir von der \u201eplaincloth\u201c Polizei gestoppt und unsere P\u00e4sse kontrolliert. Die beiden sahen nicht sehr vertrauenserweckend aus und wir waren froh dass heller Tag war. Den Nachmittag war einer Leerfahrt gewidmet da ich die das \u00f6stliche W\u00fcstenschloss mit einem weiter westlich verwechselt habe. Der Gewitterregen hatte unser Auto so sch\u00f6n gewaschen, aber die Abk\u00fcrzungstrack&nbsp;&nbsp; nach Palmyra wurde eine Schlammfahrt und das mitten in der W\u00fcste. In Palmyra fanden wir dann nach einigem Suchen den wirklich idyllischen Campingplatz an der Mauer des Baaltempels. Dort empfing uns ein Ehepaar aus Schladming mit der Bemerkung, er h\u00e4tte den Auspuff-Sound unseres Autos schon vor dem Tor erkannt. Wie sich herausstellte, hatte er tats\u00e4chlich fr\u00fcher einige Reisen mit unserem Vorbesitzer unternommen. Unter anderem auch nach Syrien &#8211; genau auf diesen Campingplatz in Palmyra !!!&nbsp;&nbsp; Wie klein ist die Welt.<\/p>\n<p>SA. 17.04.2010<br \/>\nErst haben uns wir mit Sigrid &amp; Klaus vertratscht und dann noch mit der Italienerin vom antiken Landy. Mit ihrem deutschen Freund ist sie mit dem Auto Baujahr 1965 von Kenia unterwegs nach Deutschland. Als wir ankamen dachte ich es w\u00e4re ein Dekorations-Auto vom Campingplatz.<\/p>\n<p>So war es tats\u00e4chlich schon 11h als wir bei diesem gigantischen Ruinenfeld ankamen. Die Vielzahl der Ruinen ist endlos und irgendwie scheint mir das Forum Romanum in Rom kleiner. Kann aber sein, dass so eine alte Stadt hier mitten in der W\u00fcste eine ganz andere Wirkung hat. Wir suchten uns ein schattiges Pl\u00e4tzchen und lie\u00dfen das Ganze in der gl\u00fchenden Mittagshitze auf uns wirken. Bei Kahled dem motorisierten H\u00e4ndler haben wir nach langen lustigen z\u00e4hen Preisverhandlungen Souvenirs erstanden. Danach haben wir uns in den Paradiesgarten mit Pool in unseren Campingplatz zur\u00fcckgezogen und erst wieder in der Abendk\u00fchle dieses Highlight unserer Reise besichtigt. Den Abend verbrachten wir mit S. &amp; K. mit Starkbier aus der T\u00fcrkei am Pool mit Blick auf Baal-Tempel und Palmgarten. Die Beiden kennen nicht nur unseren Vorbesitzer, nein sie kennen auch noch Maria &amp; Stefan!<\/p>\n<p>SO.18.04.2010<br \/>\nVor dem Fr\u00fchst\u00fcck nochmals in die Ruinen \u2013 leider war der Baaltempel immer noch geschlossen. Dann zusammen gepackt und nun zum \u201erichtigen\u201c W\u00fcstenschloss auf dem Weg nach Ar Rusafa gefahren. Die W\u00fcste auf dieser Strecke ist sehr eint\u00f6nig, dazu kam auch noch ein ordentlicher Staubnebel und Dustdevils auf der ganzen Strecke. Ar Rusafa liegt mitten in dieser desolaten Gegend und ist auch sehr eindr\u00fccklich. Man fragt sich warum in aller Welt haben die hier ihre gro\u00dfartigen Kirchen gebaut? Hier gab es zum allerersten Mal auf der ganzen Reise Kinder die gebettelt habe. Nicht so aufdringlich wie in Marokko aber Caramello, Stylo oder Money wurden gefordert. Die Gegend rundum ist trostlos und so entschlossen wir uns weiter zum Asad-Stausee wo wir einen sch\u00f6nen Schlafplatz fanden und uns wie am Bodensee f\u00fchlten.<\/p>\n<p>Mo. 19.04.2010<br \/>\nHoch \u00fcber dem Asadsee liegt diese wunderbare Burg Jasar. Die Lage ist so einmalig \u2013 obwohl lange nicht so gut erhalten und auch nicht so m\u00e4chtig wie die Craq de Chevalier hat sie mich mehr beeindruckt. Anschlie\u00dfend sind wir nach Ar \u2013 Raqqa gefahren. Mit Sicherheit keine Perle der syrischen St\u00e4dte, eigentlich ein chaotisches Grenznest obwohl die Grenze noch 100km entfernt ist. Der einzige Geldautomat in der ganzen Stadt war au\u00dfer Funktion und 50\u20ac in der Bank zu wechseln war eine gr\u00f6\u00dfere Operation. Peter hat es vorgezogen 60 km zur\u00fcck ( durch die langweiligste Gegend Syriens) zu unserem zugegeben sch\u00f6nen Schlafplatz zu fahren. Anstatt 60km nach S\u00fcdosten dem Euphrat entlang zu den beiden Burgen die hoch \u00fcber dem Fluss stehen<\/p>\n<p>20.04.2010<br \/>\nAm Morgen fanden wir den Platz nicht attraktiv genug, um den ganzen Tag zu bleiben und so sind wir gleich weiter zur syrischen Grenze gefahren. In Tali al Abyad der syrischen Grenzstadt haben wir unsere letzten Syrischen Pfund bis zum letzten Piaster ausgegeben und dabei auch noch die lange gesuchte kleine Petroleumlampe erstanden. Unser Grenz\u00fcbertritt war relativ problemlos. Zuf\u00e4llig trafen wir wieder auf Sigrid und Klaus, deren Landy wir vor uns in der Warteschlange sahen. Sie hatten wirklich Probleme: die Z\u00f6llner haben einfach nochmals 200U$ Dieselsteuer verlangt, die sie nach 3 Stunden z\u00e4hneknirschend bezahlten.<\/p>\n<p>Wir sind dann gemeinsam nach Sanliurfa und zu den Ruinen von G\u00f6bekli Tepe gefahren. Riesige Steinstelen mit Reliefs verziert. Das Ganze wurde erst k\u00fcrzlich entdeckt und es soll vor 10 000 Jahren entstanden sein. Wundersch\u00f6n auf einem H\u00fcgel gelegen mit einem weiten Blick \u00fcber die sanfte Landschaft. Ganz in der N\u00e4he fanden wir auch einen idyllischen Schlafplatz.<\/p>\n<p>MI. 21.04.2010<br \/>\nWir sind vom Regenger\u00e4usch aufgewacht \u2013 war erstmal nur ein kleiner Spritzer aber als wir mit allem fertig waren und losfuhren goss es wie aus K\u00fcbeln. Die Fahrt durch endlose gr\u00fcne Getreidefelder \u00fcber Siverek zum Atat\u00fcrkstausee hat uns im Letzten Drittel sehr an Island erinnert \u2013 tiefh\u00e4ngende Wolken, Regen, baumlose H\u00fcgel und die \u00fcberfluteten Talsenken die nun bizarre Fjorde bilden. Um zum Dagi Nemrut zu kommen mussten wir mit einer kleinen F\u00e4hre einen Fjord queren. Der Himmel hatte Einsehen und als wir auf der F\u00e4hre waren lachte die Sonne vom Himmel. Viele Kurdenfrauen mit ihren milkalila T\u00fcchern waren an Bord und die \u00e4lteren waren alle t\u00e4towiert. Ganz in der N\u00e4he ist ein Wallfahrtsort und diese Frauen waren auf dem Weg dahin. Das erkl\u00e4rte uns ein netter T\u00fcrke der in K\u00f6ln lebt und gerade mit seiner Mutter zu einer Beerdigung unterwegs war.<\/p>\n<p>Kurz vor der Auffahrt zum Dagi Nemrut nahmen wir den ersten Campingplatz in Karadut. Nach einer kurzen Teepause ging es die 15km steil den Berg hinauf auf einer tollen Serpentinenstra\u00dfe. Dann noch 10 Minuten zu Fu\u00df und dann standen wir auf dieser gigantischen B\u00fchne mit den riesigen Stein-K\u00f6pfen. Dramatische Nebelschwaden wechselten mit Sonnenschein, die Aussicht ist \u00fcberw\u00e4ltigend und dazu diese riesigen K\u00f6pfe! Ein Ort von dem man sich vorstellen kann, dass hier G\u00f6tter angebetet wurden. Man kann sich einfach nicht sattsehen und im Licht der untergehenden Sonne ist es einfach nur WOW.<\/p>\n<p>22.04.2010<br \/>\nAuf einem einsamen Track sind wir morgens nach Arsameia noch eine andere Kultst\u00e4tte der Kommagene, mit wunderbaren Reliefs die irgedwie an moderne Wahlplakate erinnern: seht her ich sch\u00fcttle dem Gott Herakles die Hand, darum bin ich der Gr\u00f6\u00dfte. Jede Menge Schulausfl\u00fcgler und diese Jugendlichen sind derma\u00dfen freundlich und interessiert ihre Englischkenntnisse zu erproben. Zuf\u00e4llig waren bei einer Schulklasse zwei steirische Austauschsch\u00fclerinnen dabei. Das war nat\u00fcrlich ein Riesenhallo mit Sigrid und Klaus, Steirertreffen in S\u00fcdostanatolien! Bei strahlendem Fr\u00fchlingswetter haben wir noch den Rest der der Sehensw\u00fcrdigkeiten im Nemrut Park angeschaut und sp\u00e4ter fanden Peter und Klaus einen romantischen Schlafplatz am Fluss mit Blick auf die Mamelukenburg. Als es dunkel wurde sa\u00dfen wir noch unterm Sternenhimmel und haben uns die DVD von einer Afrikareise Cape-Town \u2013 Kairo angesehen.<\/p>\n<p>FRI. 23.04.2010<br \/>\nEigentlich wollten K. &amp; S. heute in Richtung S\u00fcden abbiegen aber die beiden M\u00e4nner fanden eine so interessante Route auf Nebenstrecken durch die s\u00fcdostanatolischen Berge dass sie kurzerhand mitkamen. Ein strahlender Fr\u00fchlingstag mit blankgeputztem Himmel, bl\u00fchende Obstb\u00e4ume und schneebedeckte Dreitausender am Horizont. Schon am Nachmittag fanden wir einen Schlafplatz auf luftiger Bergesh\u00f6he mit einem Panoramablickauf den Nurhak Dagi. Strahlender Sonnenschein, aber abends kam ein eiskalter Wind auf und verhinderte ein gem\u00fctliches abendliches Zusammensitzen.<\/p>\n<p>SA. 24.04.2010<br \/>\nHeute ging es nochmals durch diese wundersch\u00f6ne Landschaft, weite gr\u00fcne T\u00e4ler, einsame kleine D\u00f6rfer von schneebedeckte Bergen eingerahmt. Da und dort M\u00e4nner in ihren Pluderhosen, auch einige Frauen die sie tragen. Aber die meisten Frauen sehen aus wie die T\u00fcrkenmama aus Kreuzberg. Aber alles blitzsauber, richtig europ\u00e4isch &#8211; auch in S\u00fcdostanatolien!<\/p>\n<p>In G\u00f6ksun haben sich unsere Wege dann getrennt, K&amp;S fuhren nach S\u00fcden und wir nach Westen einem anderen Highlight Kappadokia entgegen. Schon am Nachmittag fanden wir einen Platz an der Sonne und genossen die herrliche Aussicht. Eigentlich schade dass die beiden diese Ecke schon auf ihrem Weg nach S\u00fcden gesehen haben, hat alles perfekt gepasst.<\/p>\n<p>SO. 25.04.2010<br \/>\nNach einem ausgiebigen Fr\u00fchst\u00fcck in der Morgensonne mit Blick auf Schneeberge kam noch ein Hirte mit einem Gewehr vorbei einfach nur um Hallo zu sagen. Dann weiter Richtung Westen nach Develi immer den schneebedeckten Vulkan Erciyes Dagi im Blick, eine wundersch\u00f6ne Fahrt durch dieses Hochland. In Develi stellte sich die Frage Weiter nach Norden dem Vulkan entlang und einen 2500m hohen Pass nach Kayseri zu fahren oder gleich nach \u00dcrg\u00fcp und G\u00f6reme. Nachdem wir schon einige P\u00e4sse gefahren waren, Kayseri auch nicht nach absolutem Muss klingt \u2013 entschlossen wir uns f\u00fcr die Direttissima. In Develi haben wir noch telefoniert und unsere Mails abgerufen, dabei entdeckt dass jemand schon dachte wir w\u00e4ren in der syrischen W\u00fcste verloren gegangen. \u00dcber \u00dcrg\u00fcp sind wir dann in G\u00f6reme am sp\u00e4ten Nachmittag auf dem Luxuscampingplatz Kaya eigetroffen. Auf dem Platz waren sage und schreibe 45! \u201ewei\u00dfe Riesen\u201c eine italienische Gruppenreise \u201eOriente Grande\u201c. Trotzdem fanden wir noch einen Platz mit grandioser Aussicht auf ein Tal voller Feenkamine. Hoffentlich bleibt das Wetter sch\u00f6n, in dieser Landschaft wollen wir etwas verweilen.<\/p>\n<p>MO. 26.04.2010<br \/>\nHeute morgen haben wir erst mal klar Schiff gemacht und sind erst gegen 12h losgezogen. Eine traumhaft sch\u00f6ne Wanderung durch diese M\u00e4rchenlandschaft. Was die Natur nicht alles hervorbringt. Den ganz besonderen Reiz bekommt das Ganze nat\u00fcrlich dadurch dass das alles mal bewohnt war. So sind wir 6 Stunden h\u00fcgelauf und ab gewandert, haben H\u00f6hlenkirchen besichtigt und einfach nur die bizarre Landschaft bewundert.<\/p>\n<p>DI. 27.04.2010<br \/>\nPunkt 7h sind 45 italienische Wohnmobile abgefahren, \u00fcber Megaphon wurden sie auf Linie gebracht- eine logistische Meisterleistung. Da das Wetter entgegen den Voraussagen strahlend war, entschlossen wir uns noch einen Tag zu bleiben. So sind wir zu Fu\u00df zum Open Air Museum marschiert. \u20ac7,50 pro Kopf ist schon ganz kr\u00e4ftig \u2013 aber dass man dann f\u00fcr 3 Kirchen nochmals extra zahlen muss, das ist unversch\u00e4mt. So haben wir uns die kostenlosen Kirchen und den Touristenauftrieb angeschaut und gefunden dass unsere Wanderung gestern viel sch\u00f6ner war. Den Besuch kann man sich wirklich sparen wenn man nicht ein ausgewiesener Kirchenspezialist ist. Den Weg ins Dorf G\u00f6reme haben wir \u00fcber das Zemi \u2013Tal gew\u00e4hlt. Feenkamine wohin das Auge blickt, wieder ganz anders als gestern im Rosen- Tal, aber genau so faszinierend.<\/p>\n<p>Im Dorf haben wir uns noch einen Tontopf Khebab genehmigt und beim zur\u00fccklaufen zur Campsite haben uns doch tats\u00e4chlich noch ein paar Regentropfen angespritzt.<\/p>\n<p>MI. 28.04.2010<br \/>\nDie Nacht \u00fcber hat es leicht geregnet und die Temperaturen sind auf 12\u00b0 gefallen. Die ganze Landschaft ist in Nebel geh\u00fcllt und nur halb so sch\u00f6n. Auf dem Weg nach S\u00fcden haben wir uns noch Derinkuyu die unterirdische Stadt angesehen;8 Stockwerke tief haben sich die Leute verschanzt. Allein der Gedanke l\u00e4nger als eine halbe Stunde in diesem Labyrinth zu sein l\u00f6st klaustrophobe Gef\u00fchle aus. Aber trotzdem sehr sehenswert.<\/p>\n<p>Da die Wolken noch dick und dunkel am Himmel standen und teilweise kr\u00e4ftig abregneten entschlossen wir uns auf der neuen Autobahn \u00fcber Mersin schnellstm\u00f6glich an die K\u00fcste zu fahren. Von Mersin Richtung Westen der K\u00fcste entlang: Costa Brava Architektur im gro\u00dfen Stil. \u00dcber 50km ein Hochhaus am anderen\u2026 Aber vielleicht wenn man 8 Monate des Jahres im anatolischen Hochland vor sich hinfriert ist man froh 3 Wochen im Jahr in einer dieser Bienenwaben die Sonne und das Meer zu genie\u00dfen.<\/p>\n<p>Bei Kizkalesi ist der Spuk vorbei und auf der Suche nach einem Campingplatz fanden wir einen wundersch\u00f6nen Platz mitten in einem r\u00f6mischen Ruinenfeld. Mit Blick auf die \u201eM\u00e4dchenburg\u201c \u2013 Lage ein Traum , Ausstattung Substandard, der Besitzer scheint noch nicht auf Fly &#8211; in Touristen eingestellt zu sein. Aber die Aussicht ist so bestechend das wir das Drumrum einfach ausblendeten. Nach Jordaniens Picknickpl\u00e4tze kann uns eigentlich nichts mehr schocken.<\/p>\n<p>DO. 29.04.2010<br \/>\nSo sch\u00f6n der Platz war aber f\u00fcr einen Tag an der Beach war er dann doch zu versifft. Also ging es weiter Richtung Westen. Die K\u00fcste zwischen Silifke und Kap Anamur ist touristisch noch wenig erschlossen und so schl\u00e4ngelt sich die K\u00fcstenstra\u00dfe durch wundersch\u00f6ne Landschaft. Die K\u00fcstenlandschaft hat uns teilweise ans Kap erinnert \u2013 steil abfallende Berge bis ans Meer und oben die Stra\u00dfe mit atemberaubenden Ausblicken. Aber recht anstrengend zu fahren endlose Kurven und viele Lastwagen auf enger Stra\u00dfe. So haben wir dann am fr\u00fchen Nachmittag in Anamur auf dem Campingplatz \u201eParadies\u201c direkt unter der grandiosen Burg und direkt am Strand Schluss gemacht. Ein liebevoll gestalteter Platz mit Palmen und vielen Blumen. Eine Besichtigung der alten Festung im letzten Sonnenlicht hat den Tag beschlossen.<\/p>\n<p>FRI. 30.04.2010<br \/>\nDr\u00fcckende Schw\u00fcle und dunkle Gewitterwolken am Horizont haben uns die Entscheidung weiterzureisen leicht gemacht. Und so ging es Kurve um Kurve, bergauf und bergab durchs \u201eRauhe Kilikien\u201c. Eine K\u00fcstenstra\u00dfe mit traumhaften Ausblicken und sicherlich zahlreichen einsamen Buchten die aber durch die malerische Steilk\u00fcste ziemlich unzug\u00e4nglich sind. Zu Fu\u00df nur mit Kletterausr\u00fcstung und mit dem Auto &#8211; sogar mit unserem &#8211; schon gar nicht. Eine Ausnahme gab es \u2013 kurz vor Gazipasa hat sich ein Berliner T\u00fcrke ein Paradies geschaffen. Ein kleines Schild \u201eMelody\u201c weist hinunter zur K\u00fcste. Auf einer steilen, steinigen Offroad geht\u2019s hinunter durch Bananenplantagen. Dann endet die Stra\u00dfe in einem wundersch\u00f6nen Garten und kleinen H\u00e4uschen, die man mieten kann. Von dort geht\u2019s weiter \u00fcber einen schmalen Klettersteig hinab an einen paradiesischen Strand. Leider hat er keinen Stellplatz f\u00fcr ein Auto und so sind wir weitergezogen. Alanya das Traumziel an der S\u00fcdk\u00fcste \u2013 Costa Brava l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Hotels direkt an einer 4-spurigen Stra\u00dfe und die muss man dann \u00fcberqueren und da ist dann der Sandstrand! Was f\u00fcr eine Art Urlaub zu machen. In Kizilot fanden wir dann eine Campsite, \u201cOsay\u201c und nicht wie im F\u00fchrer angegeben \u201eNostalgie\u201c.<\/p>\n<p>SA. 01.05.2010<br \/>\nEin strahlender Morgen, mit einem Bad im Meer begonnen. Dachten schon daran einen Bade-Tag zu machen, entschlossen uns aber dann doch zu fahren. Und das war gut so: wir bestanden noch auf der angek\u00fcndigten Netzverbindung und checken unsere Mails im Internet und siehe da \u2013 Peter hat einen gesch\u00e4ftlichen Termin am 11.05. in Deutschland! Also nix mit F\u00e4hre von Cesme \u2013 Venedig (geht erst ab 15.Mai), sondern entweder wieder \u00fcber den Balkan zur\u00fcck, oder nach Igumeniza und dann mit dem Schiff nach Venedig. Auf jeden Fall nix mehr mit Tr\u00f6deln sondern schnellstm\u00f6glich nach Norden. So ging es die 250km nach Pamukkale in einem Rutsch durch wo wir gerade die allerletzten Sonnenstrahlen auf den Sinterterrassen sahen. In der netten Pension Pamukkale fanden wir auch noch im Garten eine Stellplatz.<\/p>\n<p>SO. 02.05.2010<br \/>\nFr\u00fchmorgens sind diese mittlerweile wieder wei\u00dfen Terrassen besonders eindr\u00fccklich. Wenn Pamukkale nicht auf unserer Route gelegen h\u00e4tte, vermutlich w\u00e4ren wir keinen Umweg gefahren. Aber dieser Anblick ist wirklich jeden Umweg wert! Auch die Landschaft ringsum ist \u00e4u\u00dferst reizvoll. Die Strecke nach Efes sind wir wenn m\u00f6glich auf der Autobahn gefahren und waren schon am Nachmittag auf dem Luxuscampingplatz (16\u20ac).Da kam doch tats\u00e4chlich ein Landcruiser mit einer Bregenzer Nummer vorbei. Herbert &amp; Sarah Trieb, nette Leute die den ersten Trip mit diesem Auto machten.<\/p>\n<p>Mo. 03.05.2010<br \/>\nEphesus muss man gesehen haben. Von all den \u201eStoanerhaufen\u201c die alle toll waren, ist das mit einer der eindr\u00fccklichsten!! Man hat hier das Gef\u00fchl die Stadt w\u00e4re gestern noch bewohnt gewesen. Was das genau bewirkt \u2013 ich wei\u00df es nicht, vielleicht sind es die vielen erhaltenen Texte aus denen hervorgeht dass die Leute damals \u00e4hnliche Sorgen wie heute hatten.<\/p>\n<p>Mittags ging es dann weiter Richtung Canakkale, bei Sonnenuntergang fanden wir dann auf der H\u00f6he von Ayvacik einen sch\u00f6nen Platz im Wald.<\/p>\n<p>DI 04.05.2010<br \/>\nUm 6:30 waren wir schon unterwegs. Sind gleich losgefahren und haben dann mit Blick auf die Dardanellen gefr\u00fchst\u00fcckt. In Canakkale in 45 Minuten auf die Halbinsel Gallipoli \u00fcbergesetzt und dann Richtung Grenze gefahren. In Alxesandrupoli haben wir dann endlich unseren frischen Fisch im Restaurant am Meer bekommen. Man merkt wir sind wieder in Euroland. Die Preise sind heftig und als Peter das Preisleistungsverh\u00e4ltnis monierte hat der Wirt, mit der Bemerkung \u201e if you didnt like it, dont pay it\u201c einen angemessenen Nachlass gew\u00e4hrt. Derma\u00dfen gest\u00e4rkt haben wir uns auf den langen Weg nach Westen gemacht. Auf einer brandneuen Autobahn, v\u00f6llig ohne Verkehr, sind wir der K\u00fcste mit ihren Insellandschaften bis \u00fcber Thessaloniki gekommen. In den Bergen bei Veroia haben wir einen Schlafplatz gefunden. (Monte Negro l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen).<\/p>\n<p>MI. 05.05.2010<br \/>\nDas war ein ganz besonderer Schlafplatz : die ganze Nacht hat eine Nachtigall ihr Lied getr\u00e4llert. Dazu Thymianduft und Mondenschein \u2013 da war es leicht das bisschen Bauschutt auszublenden. Weiter ging es durch teilweise wundersch\u00f6ne Landschaft auf dieser fast autofreien brandneuen Autobahn nach Igumeniza wo wir zu unserm Erstaunen schon um die Mittagszeit waren. Zuerst haben wir die F\u00e4hre nach Venedig gebucht: \u20ac 206.-, etwa \u20ac 60 billiger als wenn wir \u00fcber Internet gebucht h\u00e4tten? Dann haben wir uns im Camping Elena h\u00e4uslich eingerichtet und einen gem\u00fctlichen Nachmittag am \u00c4g\u00e4is Strand verbracht. Die Sonne hatte sich zwar hinter den Wolken versteckt aber es war nicht kalt.<\/p>\n<p>DI. 06.05.2010<br \/>\nGut dass wir fr\u00fch genug dran waren, wir hatten uns um 1 Stunde vertan, was wir aber erst im Hafen merkten. Aber erstens waren wir zu fr\u00fch und zweitens hatte die F\u00e4hre 2 Stunden Versp\u00e4tung. Herbert und Sarah, die beiden Bregenzer waren auch schon im Hafen und da erfuhren wir dass die Griechen gestern gestreikt haben. Gottseidank hatten wir noch 2 Tage Puffer, sonst w\u00e4re es unter Umst\u00e4nden knapp geworden. Auf der \u201eEuropa Palace\u201c von der Minoan Line hatten wir einen traumhaft sch\u00f6nen Sonnentag auf der Adria.<\/p>\n<p>FRI&nbsp; 07.05.2010<br \/>\nTrotz Motorengebrumm haben wir wunderbar geschlafen. Die Einfahrt durch den Canale Grande war wirklich grande! Morgens um 9h bei strahlendem Sonnenschein vorbei am Markus Platz und dem Dogenpalast und der Anblick vom Oberdeck dieser riesigen F\u00e4hre war schon sehr speziell.<\/p>\n<p>Wir haben am Hafenparkplatz geparkt und sind dann zu Fu\u00df in diese von Touristen \u00fcberlaufene, aber trotz alle dem faszinierende Stadt gelaufen. F\u00fcnf Stunden Venedig mit all den Massen von Touristen, all den Sehensw\u00fcrdigkeiten und letztendlich auch all der Abzocke (1x Klo \u20ac 1,50) waren dann genug f\u00fcr uns. In Mestre haben wir uns mit lang vermisstem Prosciutto, Mortadella und Salami eingedeckt und auf dem Parkplatz beim Friedhof erst mal Lunch gemacht.<\/p>\n<p>Derma\u00dfen gest\u00e4rkt fuhren wir nach Forno di Zoldo und weiter \u00fcber den Staulanza Pass, wo uns das f\u00fcr uns \u00fcbliche Dolomitenwetter empfing. (leichter Regen und Nebel). Kurz nach der Passh\u00f6he haben wir dann einen Schlafplatz unweit der Stra\u00dfe gefunden. Eigentlich waren wir auf der Suche nach einem Platz auf dem wir vor 2 Jahren (auch bei Regen) \u00fcbernachtet hatten \u2013 haben aber den Pass mit dem Duran Pass verwechselt.<\/p>\n<p>Sa. 08.05.2010<br \/>\nNachdem wir morgens um 5h von einem Carabinieri geweckt wurden, wussten wir: wir sind wieder in Europa. Bei Schneetreiben ging es dann \u00fcber das Pordoijoch und nach Hause.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Syrien_Jordanien_Fotos Naher Osten: T\u00fcrkei-Syrien-Jordanien. Fr\u00fchling 2010 18.03.2010 Wie \u00fcblich dauerte es etwas l\u00e4nger als geplant, das Auto endg\u00fcltig fertig laden und so war es 14.00 als wir losfuhren. 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